DIE ELFEN - 10 - Totenfeuer

DIE ELFEN

10 - Totenfeuer

FOLGENREICH

CD-Cover Die Elfen - Totenfeuer

„Zwei Stunden wartete Graf Fenryl auf der Meerwanderer. Aber die Spitze der Nachtzinne blieb dunkel. Dann lies Fenryl die Mole ansteuern. Niemand hinderte die Elfen daran, an Land zu gehen. Er führte die Krieger zum Hartungs-Kliff und fand das Grauen. Die Trolle hatten das Heer der Menschen und Maurawan fast vollständig aufgerieben. Im Talkessel lagen die Toten so dicht beieinander, dass man ihn durchqueren konnte, ohne auf den Felsboden zu treten. Die Trolle, bereits in ihr schauriges Festmahl vertieft, wurden von der Ankunft des neuen Gegners überrascht. Die Elfen streckten die meisten von ihnen nieder. Einige wenige Trolle flohen in die Berge. Fenryl verzichtete darauf, ihnen nachzusetzen und rettete damit 500 verletzten Menschen und Maurawan was Leben.“

Während die Trolle in Albenmark immer weiter gen Süden vorrücken, tobt im Fjordland die Schlacht um die Nachtzinne. Aufgehetzt von den Elfenfürsten um den kaltblütigen Anführer Elodrin erstürmen die Menschenkinder aus Firnstayn die verlassene Festung. Im Blutrausch tötet Elodrin Frauen und Kinder der Trolle – ohne zu ahnen, dass der Trollfürst Orgrim gewarnt wurde und mit seinen Getreuen längst den Rückweg aus Albenmark angetreten hat.

Totenfeuer – so lautet der Titel der 10 Elfen-Folge vom Fantasy-Autor Bernhard Hennen, welche abermals von Folgenreich/Universal Music Family Entertainment hervorragend produziert wurde. Wie alle anderen Folgen dieser großartigen Hörspiel-Reihe auch, so ist auch Folge 10 ein Hörvergnügen, dem man sich nicht entziehen kann. Hollywood-Blockbuster-Niveau at it´s best. Es stimmt nach wie vor alles: Story, Sprecher, Erzähler, Musik und Hintergrundgeräusche. Dies ist wirklich ganz, ganz großes Kino für die Ohren.

Totenfeuer – so auch das Motto dieser Folge: die regelrecht apokalyptischen Schlachten stehen ganz klar im Mittelpunkt. Die Grenzen zwischen Gut und Böse lösen sich auf. Schlachten als solches werden keineswegs beschönigt oder klein geredet. Ganz im Gegenteil: Bei den gravierenden Folgen, die die Kämpfe für einige, uns inzwischen sehr ans Herz gewachsene Akteure haben, ginge das auch gar nicht. Die Auswirkungen sind leider so weitreichend, dass wir (als Hörer) den einen oder anderen Toten zu beklagen haben. Puh, da muss man schon mal Luft holen und das Geschehen verdauen.

Nach wie vor liegt meine persönliche Begeisterung ja auf dem Erzähler Helmut Zierl, der im Geschehen als Elfe Alvias auftaucht. Allein durch seine charismatische, sexy Stimme und Erzählweise versteht er es, eine solch einnehmende Stimmung und Spannung zu erschaffen, dass man sich den Elfen einfach nicht entziehen kann. Wer noch nie eine „akustische Gänsehaut“ erfahren hat, wird sie dank Zierl bei den Elfen ganz bestimmt bekommen.

Doch nicht nur Zierl verdient er besonders erwähnt zu werden. Die Sprecherriege ist selbstverständlich hochkarätig und mit namhaften (Synchron-)Sprechern besetzt. Daniela Hoffmann (bekannt u.a. als Stimme von Julia Roberts) oder Martin Kessler (der Stimme von Nicolas Cage) sind hier nur einige Beispiele. Auch die akustische Bearbeitung, für die das Team von Zaubermond Audio verantwortlich ist, kann man nur als brillant, brachial und gewaltig bezeichnen. Das opulente und beeindruckende Sounddesign stammt von ear2brain und könnte besser nicht umgesetzt werden, ebenso wie die äußerst atmosphärische Musik aus der Feder von Andreas Meyer.

Bei meinem Fazit kann ich es da nur wie der Autor Bernhard Hennen halten, der bereits sagte: „So müssen die Elfen klingen.“ Dem ist einfach nichts mehr hinzuzufügen!


26. Mai 2014