Nachbericht Hörmich 2018

30. Juni 2018

Hannover, Kulturzentrum Pavillon

 

 

Logo Hörmich

Warm war es auf der diesjährigen HÖRMICH. Und voll. Richtig voll. Also war es quasi doppelt warm bei so vielen Menschen. Aber das tat weder der Stimmung noch dem Spaß in irgendeiner Art und Weise Abbruch.

Schon Tage vorher konnte man auf Facebook die Vorfreude vieler Besucher erahnen, die DEM Ereignis der Hörspiel-Branche entgegenfieberten. Und so hatten sich trotz des hervorragenden Wetters extrem viele Leute aufgemacht, um auf der HÖRMICH nach Schätzchen zu stöbern, sich über Neuigkeiten zu informieren oder sich vom vielseitigen Bühnenprogramm unterhalten zu lassen. Dementsprechend war das Getümmel an den Ständen groß, der Andrang oft gewaltig, so dass man mitunter Schlange stehen musste, um an die begehrten Objekte heran zu kommen.

Der imposanteste Stand war wohl der John Sinclair Fanshop, welcher auf Grund des diesjährigen Live-Hörspiels am Abend (nach der offiziellen Hörmich) großen Zuspruch fand.

Zum ersten Mal war das Label Wolfy Office vertreten. Schon gegen Mittag war man hier hellauf von der Convention und dem Publikum begeistert und vom Ansturm überwältigt, welcher lt. eigenen Angaben die Erwartungen übertroffen hatte.

Lily Sound (www.dieweisselilie.com) präsentiert sich mit Binauraler Stereophonie, was der Hörer vor Ort oder auf der nächsten Folge der Weissen Lilie selber erleben konnte bzw. darf.

Leo (e.T. Media – Leo und die Abenteuermaschine) und sein geistiger Vater überzeugten das jüngere Publikum mit richtig gut gemachten Kinderhörspielen und gaben zudem auch auf der Bühne ein Live-Hörspiel zum Besten.

Der Zaubermond, direkt gegen über von John Sinclair (auch auf der Bühne standen sich Sinclair und Hunter vom Zaubermond abends gegenüber), hatte massig CDs dabei, welche zum Special-Price angeboten wurden, so dass mancher Besucher den vielen Schnäppchen nicht widerstehen konnte.

In der Eingangshalle, neben Lily Sound stand das Team vom Ohrenkneifer und hatte natürlich seine neueste Produktion "5 von Terra" im Angebot. Zudem bekam man als interessierter Besucher von Marc Schülert persönlich eine Kurz-Übersicht über die älteren Produktionen.

Und viele andere wie Audionarchie, Brainflower Media Studio, Carsten Sygusch, die Dreamland-Productions und und und, waren natürlich auch alle dabei und hatten Information und Silberlinge an Bord.

Und für die Kassettenkinder war die große Halle selbstredend Pflichtprogramm. Schließlich gab es hier die Schätzchen, CDs, MCs und Schallplatten, Merchandising und Literatur, Kassettenkoffer und Kuscheltiere.

 

Ebenfalls sehenswert war auch das diesjährige Bühenprogramm, welches diverse Live-Hörspiele (u.a. Tiao Tiao – Das chinesische Gespenst, „Ein Fall für die 3 Herren“ (Rotbock-Hörspiele), Leo und das Indianermädchen oder DreamTeamer Hörspieler: Eine total, total verrückte Märchenwelt) im Angebot hatte oder durch interessante und informative Talkrunden die Gäste in den Saal, der übrigens über 600 Plätze verfügte, locken konnte.

Die Podiumsdiskussion der Hörspielmacher unter der Moderation von Thomas Birker von DreamLand Productions konnte Einblicke in die Beweggründe der Hörspielmacher liefern. „Ich mache es primär, weil ich es will. Ob das Hörspiel dann Käufer findet, sieht man ...“, wurde so oder so ähnlich immer wieder gesagt. Um aber auch den Kühlschrank entsprechend zu füllen, übernehme man aber auch Auftragsarbeiten. Dennoch wurde schnell klar, dass die eigenen Hörspiele von allen immer noch mit Begeisterung und Liebe gemacht werden und der eine oder andere als echtes Kassettenkind immer noch sein Hörspiel (von früher) zum Einschlafen benötigt.

Die anschließende Talkrunde unter der Moderation von Dennis Erhardt von Zaubermond läutete dann schon mal das Highlight des Tages ein. Auf der Bühne sprach man mit Dietmar Wunder („John Sinclair“), Thomas Schmuckert („Dorian Hunter“) über die künstlerische Idee des Crossover-Projekts DEADWOOD und über die Arbeit an den Hörspielprojekten JOHN SINCLAIR und DORIAN HUNTER im Allgemeinen.

 

Das Highlight des Tages war aber natürlich das Live-Hörspiel DEADWOOD. Das Cross-Over von Sinclair und Hunter. John Sinclair folgt der Spur des mysteriösen „Grauen Mannes“ (der aber irgendwie schwarz gekleidet war) nach Deadwood, in die Stadt der Särge („Leichen sind etwas wunderbares“), und trifft auf – Dorian Hunter. Doch irgendwas scheint hier mit der Zeit nicht zu passen und Sinclair hat sichtlich Probleme, sich und das Geschehene hier richtig einzuordnen. Man darf also zu Recht gespannt sein, wie sich die Ereignisse aus Hunters Sicht darstellen. Ein Hörspiel das vom Macher schon avisiert wurde. Überzeugend agierten Dietmar Wunder, Thomas Schmuckert, Detlef Bierstedt, Martin May, Sven Plate, Santiago Ziesmer, Claudia Urbschat-Mingues und Katy Karrenbauer auf der Bühne und spielten mit Inbrunst und Freude, mit kindlicher Begeisterung, so dass die 120 Minuten natürlich viel zu schnell vergangen waren.

Das Versprechen wurde gehalten: Dies war definitiv eine noch nie dagewesen Hörspiel-Live-Aufführung!