Caine _8 Torrkan

CAINE

8 - Torrkan

LAUSCH 

CD-Cover Caine - Torrkan

„Dann schien plötzlich alles in den Hintergrund zu treten, einen Schritt hinter die Zeilen der Welt zu machen. So dass sich all das zeigte, was dazwischen vorborgen lag. Ein fauler Wind zog auf. Es kam aus den Höhlen wie der asthmatische Husten vom Tod höchst persönlich. Ich sah zu Torrkan, der wusste, was das zu bedeuten hatte. Der verpestete Atem war die Bugwelle, die die Aganoi und ihre Horden von Dämonen vor sich her schoben. Es war soweit. Die letzte Schlacht sollte beginnen.“

CAINE, mein Lieblings-Auftragskiller, ist zurück. Ok, zurück ist relativ, denn er befindet sich immer noch auf dem Planeten Kyan’Kor. um dort mit Hilfe des in das Penumbra gebannten Schlächters Kartaan gegen die Arganoi zu kämpfen. Die Kyan’Kor wählten den Auftragskiller in der Hoffnung aus, dass er die bösen Kräfte des Penumbras beherrschen und gegen ihre Feinde, die Arganoi, einsetzen kann. Eine Aufgabe, die unserem ehemaligen Auftragskiller zunehmend schwerer fällt, da Kartaan sich immer mehr in Caines Gedanken drängt. Da kann ihm auch der Cop Killkenny nicht helfen, der eigentlich eher zufällig zwischen die außerirdischen Fronten und somit an Stevens Seite geraten ist. Linda Watkins muss sich währenddessen die Folterungen des FBI-Agenten Gradys gefallen lassen, der Linda als Informationsquelle missbrauchen will. Aber Linda wäre nicht Linda, wenn sie sich nicht befreien könnte und nun zusammen mit Jeffries und Wachowski nach Collin Drake suchen würde – denn nur wenn dieser lebend gefunden wird, kann die Zerstörung von San Francisco verhindert werden.

Auch diese achte Folge um den Auftragskiller aus San Francisco ist voller Action und Spannung – so wie man es bei einer Produktion aus dem Hause LAUSCH erwartet. Dessen Kopf Günter Merlau, der mit seinen Produktionen bereits zu Recht Hörspielgeschichte geschrieben hat, versteht es gekonnt, eine gute Story perfekt mit Effekten und Geräuschen zu kombinieren und so ein ganz besonderes LAUSCHerlebnis zu erschaffen. Und das bestes daran, es gelingt ihm mit jeder neuen Produktion auch wieder, das von ihm angestrebte hohe Niveau zu halten. Aber Achtung, diese neuen Hörspielmaßstäbe benötigen auch die entsprechende Aufmerksamkeit. Auch bei CAINE ist die Story komplex, das Tempo atemberaubend und die Sprecher grandios. Dieses Hörspiel einfach nur nebenbei zu hören, das geht gar nicht. Aber das sehe ich eher als Pluspunkt. Sonst könnte es dem Hörer noch entgehen, wenn sich der eher schüchterne Art Jeffries auf seine alten Tage noch zu einem Komiker entwickelt oder Killkenny in Sachen ordinärer Sprüche zu einem gleichwertigen Partner von Caine wird. Während Caine in den letzten Folgen nicht immer als alleinige Hauptperson agierte und es auch einige Nebenschauplätze gab, so steht er im achten Teil wieder im Mittelpunkt. Richtig so – erst durch ihn lebt die Serie. Einen verdammt großen Anteil daran hat auch Torsten Michalis, der Steven Caine die Stimme gibt. Man braucht nicht einmal die Augen zu schließen, damit das Kopfkino starten kann. Durch Michaelis wird Caine realistisch, Merlau hätte keinen besseren Sprecher für diesen Part finden können.

Erwähnen möchte ich an dieser Stelle noch, dass auch das „Drumherum“ bei Lausch bzw. Caine stimmt. Unser Auftragskiller bekam schon Besuch von prominenten Persönlichkeiten. So gaben sich bereits Smudo und Hennes Bender als Gastsprecher die Ehre und auch die musikalische Begleitung ist vom Allerfeinsten. In dieser Folge sind es DEVILS GIFT, die das Hörspiel musikalisch auflockern und bereichern dürfen, in der Vergangenheit waren es namhafte Bands wie MNEMIC, LIMBOGOTT oder MONGOFÜNF (da scheint es wohl einen Deal mit dem Tiefdruck Label zu geben). Auch hier stimmt das Konzept. Und wem das ganze noch nicht genug ist, der findet auf der gleichnamigen Homepage unseres Killers Podcasts (den sogenannten Pod-CAINE), Psychotests, und und und…

Obwohl Caine eine Mischung aus Trash, Science-Fiction, Fantasy und Thriller ist, ist dieses Hörspiel sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Die Sprüche sind teilweise schon sehr derb – aber auch verdammt cool. Ich denke, dass man bei einem Hörspiel, welches ab 16 empfohlen wird, durchaus auf die Hörspielsprache á la TKKG & Co verzichten kann. Günter Merlau hat es definitiv wieder einmal geschafft, ein anspruchsvolles Hörspiel für (junge) Erwachsene zu schaffen.


20. November 2008