GRUSELKABINETT - 181 - Das gefährlichste Spiel der Welt

Gruselkabinett

181 - Das gefährlichste Spiel der Welt

Gesamtspielzeit: ca. 72 Minuten

Altersempfehlung ab 14 Jahren

VÖ: 25.11.2022

CD-Cover Gruselkabinett Folge 181

„Dichter Dschungel reichte bis an den Rand der Klippen heran. Welche Gefahren dieses Gewirr von Bäumen und Gestrüpp für mich bereithalten könnte, interessierte mich in diesem Moment nicht. Völlig erschöpft schleppte ich mich ans Ufer. Erleichtert, dass ich den tödlichen Gefahren des Meeres entkommen war. Ermattet fiel ich in den tiefsten Schlaf meines Lebens. Als ich meine Augen wieder öffnete, erkannte ich am Stand der Sonne, dass es bereits früher Abend sein musste. (…) Ein extremes Hungergefühlt und eine große Sehnsucht nach Trinkwasser ließen sich nun nicht mehr länger ignorieren. (…) Der Dschungel säumte das Ufer wie eine ununterbrochene ineinander verknotete Faust. In dem dichten Geflecht aus Unkraut und Bäumen konnte ich bedauerlicherweise keine Spur eines Weges entdecken. Aber dafür etwas anderes.“

 

Klappentext

In der Karibik, 1924: Sie gilt als Schiffsfalle, und wer sich ihr nähert, ist dem Tode geweiht. So lauten die Gerüchte über die Insel, auf der Sanger Rainsford nach einem Sturz ins Meer Zuflucht sucht. Als er dort dem exzentrischen General Zaroff begegnet, der ein schauriges Hobby hat, stellt Rainsford mit Entsetzen fest, dass die Insel ihrem Ruf alle Ehre macht …

 

Stimmungsvoll

Wer eine stimmungsvolle Gruselgeschichte erzählen möchte, nehme entweder ein altes Haus mit knarzendem Gebälk oder verorte das Geschehen auf das Meer, auf ein altes Schiff in einer sagenumwobenen Gegend. Zweiteres ist hier der Fall. Wir begleiten Sanger Rainsford, einen erfahrenen Autor und Großwild-Jäger auf seiner Reise durch die Karibik. Dass es hier für Schiffe bedrohliche Passagen gibt, versteht sich von selbst. Dass genau diese Stellen oftmals scheinbar von einem Fluch belegt wurden, ebenfalls. Dass er genau an dieser Stelle über Bord geht – Schicksal. Doch er kann sich auf eine dieser mysteriösen Inseln retten. Dort begegnet er General Zaroff, der seines Zeichens ebenfalls Jäger ist. Doch die vermeintliche Rettung wandelt sich schon bald in beschreibbares Grauen und Rainsford wird vom Jäger zum Gejagten.

 

Perfekte Gruselstimmung

Auch in „Das gefährlichste Spiel der Welt“ versteht es das Team von Titania Medien wieder hervorragend, die perfekte Gruselstimmung aufkommen zu lassen. Wie schon erwähnt, ist die Verortung auf deinem Schiff für mich persönlich dafür eine der besten Voraussetzungen. Doch auf der Insel nimmt dieses unterschwellige ungute Gefühl, der Schauer noch einmal zu. Zu suspekt ist der General, der dort einsam mit seinem Diener Iwan lebt. Die Abgeschiedenheit der Insel, die beiden ungleichen Bewohner und die fanatischen Absichten des Generals – alles sorgt dafür, dass sich immer mehr Gänsehaut beim Hörer einstellt, zumal man als erfahrener Lauscher solcher Geschichten samt Begegnungen ja schon gewisse Vorahnungen nicht leugnen kann. Dennoch, trotz oder gerade wegen dieser Verdachtsmomente bleibt das Geschehen unglaublich spannend. Das Finale (dem ich selbstverständlich nicht vorgreifen möchte) wird fast schon schmerzhaft herausgezögert und der Spannungsboten zum Zerreißen gespannt.

 

Sprecher

Um die Spannung aufrecht zu erhalten beziehungsweise einzuleiten, sind in Folge 181 gerade einmal fünf Sprecher notwendig. Für die Produktionen von Titania Medien (insbesondere bei der Gruselkabinett-Reihe) nicht ungewöhnlich: Sanger Rainsford wird ganz hervorragend und wunderbar authentisch von Pascal Breuer gesprochen. Whitney von Glenn Goltz, Kapitän Nielsen von Peter Weis und der Diener Iwan von Thomas Balou Martin. Ganz besonders gut gefallen hat mir allerdings Torsten Münchow als General Zaroff, der für mich schon mit den ersten Worten diesen Wahn, diese ganz besondere Besessenheit transportiert hat. Genauso muss für mich persönlich eine unheimliche Hauptperson der Gruselkabinett-Reihe klingen.

 

Hervorragendes Kopfkino

Stimmungstechnisch gibt es hier wahrlich rein gar nichts zu meckern. Zu Anfang, auf dem Schiff wird uns beste maritime Stimmung geboten, die für optimales Kopfkino sorgt.

Auf der Insel selbst habe ich mich ebenfalls zwischen Lianen und Schlingpflanzen und Bromelien wiedergefunden – mehr kann man von einer Hörspielproduktion fast nicht erwarten.

Sound und Geräusche wurden wie immer optimal inszeniert.

 

Das Cover

Erwähnenswert bei dieser Folge ist sicherlich auch das Cover, welches auf den ersten, schnellen Blick scheinbar nicht viel mit der Story gemein hat, immerhin ist weder ein Schiff noch ein Dschungel abgebildet. Wer jedoch genauer hinschaut, der erkennt schnell, dass es sich auch nicht um eine Vampir-Geschichte handelt, sondern um eine Trophäe der besonderen Art. Aber da weitere Ausführungen einem Spoiler gleichzusetzen wären, möchte ich mich hierzu gar nicht weiter auslassen.

 

Mein Fazit:

Eine intensive und stimmungsvolle Folge der Gruselkabinett-Reihe, welche hier zu Recht vertont wird. Überragende Sprecher und ein durchdachtes Soundkonzept sorgen für einen besonders atmosphärischen Hörgenuss mit Gänsehaut und viel Spannung.


Mareike Lümkemann

 

29.12.2022