SCHATTENREICH - 10 – Prolog im Himmel

SCHATTENREICH

10 – Prolog im Himmel 

LÜBBE AUDIO

CD-Cover SCHATTENREICH - 10 – Prolog im Himmel

„Ich trat in den nur von Kerzen erleuchteten Vorraum zu einer kleinen Dampfsauna. Die Luft war dick und dunstig. Eine feuchte Mixtur aus Parfum, Slibowitz und Schweiß stieg mir in die Nase. Vor mir eine mit rotem Leder überzogene Matratze auf einem Messing-Gestell. Darauf, auf dem Rücken liegend, alle viere von sich gestreckt, ein nackter Mann. Mit vergoldeten Handschellen an Händen und Füßen gefesselt. Nur mit einem Handtuch über dem Gesicht. Zur linken und zur rechten zwei junge Frauen, die ihm mit ihren nackten Brüsten seinen öligen Körper massierten. Er konnte seine Erregung nicht verbergen. “

Die Hauptperson Christian Wagner sitzt mit der Absicht in einem alten Theater, eine Komödie von Oscar Wilde zu schauen. Doch statt der Komödie wird ihm ein Stück Familiengeschichte dargeboten, die endlich, endlich die Vergangenheit aufzuklären scheint. Doch ist dies wirklich Realität oder doch wie so häufig nur ein Geschehnis aus einer Traumwelt? Wird Wagner am Ende tatsächlich noch jemanden finden, der Antworten auf all seine Fragen hat?

Ist dies de facto die letzte Folge aus dem SCHATTENREICH, der wir lauschen können? Sind alle Antworten gegeben? Wer weiß das schon? In den Vorgängerfolgen hat der Hörer so viele Informationen erhalten, die es zu ordnen galt, dass die Beantwortung dieser Fragen nicht so ganz einfach ist. Und dies ist auch noch längst nicht alles. Durch die permanente Vermischung von Realität und Vision ist es selbst für den äußerst aufmerksamen Fan dieser Serie enorm schwer, das gesamte Gehörte zu durchschauen und nur die existentiell wichtigen Informationen herauszufiltern. Dafür gab es einfach zu viele Details um Christian Wagner und seine Mitstreiter. So muss wohl am Ende jeder Hörer für sich selber entscheiden, ob alle Rätsel geklärt sind, ob er sich mit dem derzeitigen Status Quo abfinden kann. Aber mal ehrlich: Definitive Antworten würden aber doch auch nicht zu einer Serie wie dieser passen, oder?

Dennoch – bei einer so komplexen Serie hätte ich mir zumindest gewünscht, auf der Homepage oder im Booklet mehr Infos, welcher Art auch immer, zu bekommen. Das Artwork ist zwar graphisch aufwendig und liebevoll gestaltet, aber geizt an einigen Stellen mit Informationen. Nicht in jeder Folge wurden alle Sprecher namentlich den Hörspielakteuren zugeordnet. Und wenn man aus in einem Hörspiel der Musik einen so großen Stellenwert zuordnet, hätte man auch hier den vorhandenen Platz effektiver nutzen können.

Apropos Musik. In dieser Finalfolge hält die sich die musikalische Untermalung doch sehr bedeckt. Schade eigentlich, denn dass die Musik in den anderen neue Folgen so viel Raum bekommen hat, hat mir eigentlich ausgesprochen gut gefallen. Es würde mich nicht wundern, wenn es noch das eine oder andere Geheimnis im Leben des Christian Wagner geben würde. Ich lasse mich gerne überraschen. Gegen eine Fortsetzung hätte ich auf jedem Fall nichts!


22. Dezember 2008