Caine _03 Collin Drake und die Bruderschaft

CAINE

03 – Collin Drake und die Bruderschaft

LAUSCH 

CD-Cover Caine - Collin Drake und die Bruderschaft

„Ich war ein erfolgreicher Unternehmer in einer Wachstumsbranche mit fließenden Arbeitszeiten, flachen Hierarchiestrukturen und interessanten Aufgaben.“

So beschreibt Auftragskiller Steven Caine ganz trocken seinen Job. Caine ist die Hauptperson der Hörspielreihe, die im vergangenen Jahr vom LAUSCH-Verlag ins Leben gerufen wurde. LAUSCH wurde ebenfalls erst 2006 von Günter Merlau gegründet und die Hörspielserie CAINE wird definitiv neue Maßstäbe setzten. Die Story ist rasant, Actiongeladen und man muss schon gewaltig aufpassen, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Volle Konzentration ist gefordert. Die Folgen einfach mal so nebenbei hören, geht gar nicht! Aber die Aufmerksamkeit lohnt sich auch. Man fühlt sich beim Hören wie im Kino (Kopfkino), mitten in einem guten Actionfilm – alles grandios musikalisch untermalt von der dänischen Band MNEMIC. Hervorragend!!!

Ok, aber nun erst mal zur Story. Caine ist Auftragskiller, wird jedoch bei dem Auftrag, einen Senator zu töten, geschnappt und zu Tode verurteilt. Anstatt aber durch die Giftspritze zu sterben, wird er vom Volk der Kyan ’Kor gerettet und darf nun in deren Auftrag weiter töten. Die Kyan ’Kor ihrerseits wollen mit Hilfe von Caine die Erde erobern, denn ihr Heimatplanet wird bedroht. Allerdings stehen sie mit ihrem Vorhaben nicht alleine da, dann auch die Arganoi, ebenfalls Wesen von einem anderen Stern, haben dies vor. Die Menschen ahnen von all dem natürlich nichts. Um ihren Plan zu realisieren, bedienen sich die KKs des „Amuletts von Kyan ’Kor“, in dem der Geist des „Schlächters“ gefangen ist. Träger eben dieses Amuletts ist Steven Caine, der den Anweisungen des Schlächters Kartaan folgen muss. Ja, und dann gibt es da noch die Bruderschaft um Collin Drake, die ebenfalls an Caine interessiert ist und Linda Watkins auf ihn ansetzt.

In Folge 3 „Collin Drake und die Bruderschaft“ können wir an den Gedanken des Profikillers Caine teilhaben, der sich nach seiner „Rettung“ in einem Dämmerzustand zwischen Realität und Erinnerung in einem Motel befindet. Wir erfahren etwas über seine Kindheit, seinen beruflichen Werdegang und die Zeit vor der Hinrichtung. Alles erzählt bzw. reflektiert Caine in der für ihn typischen coolen Art. Seine Wortwahl, das sei an dieser Stelle erwähnt, ist jedoch nichts für zart besaitete Gemüter. Passagen wie „Die Zeit floss wie ein schmerzender Brei aus Scheiße, zermahlenden Knochen und Kotze durch meinen Kopf“ sind durchaus an der Tagesordnung. Aber eben diese Sprache, diese Bildmalerei machen die Caine-Folgen zu etwas besonderem. Caine ist echt – und immerhin handelt es sich hier auch nicht um ein Kinderhörspiel. (Empfohlen ist es ab 15 Jahren, meiner Meinung nach könnte man die Altersfreigabe auch noch höher ansetzen.) Aber wir erfahren in dieser Episode auch etwas über den Schlächer, dessen Geist Caine in dem Amulett bei sich trägt. Und wie gesagt, man muss gut aufpassen, denn Realität und Erinnerungen gehen fließend ineinander über und das alles in einem höllischen Tempo. Dieses wird auch noch dadurch erhöht, dass auf einen für Hörspiele typischen Erzähler komplett verzichtet wird. Caine selber, hervorragend gesprochen von Torsten Michaelis, der Synchronstimme von Wesley Snipes, führt uns durch die Story. Die bestens ausgewählten Geräusche und Soundeffekte kombiniert mit der harten Musik der oben genannten Dänen erzeugen die richtigen Bilder im Kopf. Derbe Kampfszenen spielen sich häufig nur im Hintergrund ab, während Caines Gedanken im Vordergrund vom brutalen Geschehen ablenken…

Mein Fazit: All denjenigen, die gerne Hörspiele hören und denen die „Kinderhörspielsprache“ à la TKKG schon immer zu „nett“ war, sei Caine wärmstens empfohlen. Aber man sollte auch einen gewissen Hang zum Hard-Boiled Trash haben, denn manchmal geht es hier schon echt hart zur Sache. Lässt man sich aber auf den coolen, zynischen Auftragskiller ein, wird man nicht mehr von ihm wegkommen und ein neues Lieblingshörspiel gefunden haben!


13. März 2007