GRUSELKABINETT - 140 –  “Runenzauber”

GRUSELKABINETT

140: M. R. James: "Runenzauber"

Titania Medien

Gesamtspielzeit: ca. 59 Minuten

Altersempfehlung ab 14 Jahren

VÖ: 28.09.2018

CD-Cover Gruselkabinett Folge 140 Runenzauber

„Was wurde denn aus ihm? – Er ist tot, Annabelle. – Tot? Aber … - Was ihn spät abends bewogen haben mag, urplötzlich, wie von der Tarantel gestochen loszulaufen, sich dabei alle Kleider vom Leib zu reißen, auf den Baum zu klettern und sich von dort nackt in den Tod zu stürzen, konnte bis heute nicht geklärt werden. – Tja, eine schlimme Sache war das damals. 1889 um genau zu sein. (…) Auf dem Gesicht des armen toten John zeichnete sich damals namenloses Entsetzen ab. Wovor, das hat man nie herausgefunden…“

 

London 1899: Edward Dunning hat über ein Vortrags-Exposé zum Thema „Die vielen Gesichter der Alchemie“ aus der Feder eines gewissen Mr. Karswell, der dem Vernehmen nach selbst Alchemie und okkulte Künste praktiziert, eine ungünstige Einschätzung verfasst. Dadurch hat er sich ganz offensichtlich einen sehr gefährlichen Feind gemacht…

 

Folge 140 von Gruselkabinett. Eine Folge mit der Hörspiel-Legende Horst Naumann. Wer glaubt, dass dabei nichts schief gehen kann, der liegt richtig! Mit dem Runenzauber ist dem Produzententeam Marc Gruppe und Stephan Bosenius wieder einmal eine extrem spannende Hörspiel-Folge gelungen. Eine Folge, die mich bis zur letzten Minute in Atem gehalten hatte, war doch der Ausgang für mich in keinster Weise hervorsehbar. Als Hörer ahnt man natürlich schon sehr bald, welche Konsequenzen sich aus der Ablehnung des Exposés ergeben, doch ob Dunning, dessen Angst der Hörer perfekt inszeniert dargeboten bekommt, dem Runenzauber entkommen kann, bleibt bis zum Ende offen…

Doch nicht nur die Story hat mich gepackt – auch die schauspielerische Leistung ist wieder einmal große Klasse. Allen voran die schon erwähnte Hörspiel-Legende Horst Naumann, der den unheimlichen Mr. Karswell sprechen darf. Dessen Auftritte sind zwar überschaubar, aber durch seine markante Stimme entsteht durch sein Erscheinen stets eine ganze besondere Atmosphäre, welche nicht nur in der Zeit des späten 19. Jahrhunderts bedrückend und beängstigend zugleich wirkt. Die musikalische Untermalung betont die Bedrohung, die von der Person Karswell ausgeht, zudem noch einmal gekonnt.

Die Stimmung des Londons im Jahre 1899 kommt während des ganzen Hörspiels ebenfalls sehr authentisch rüber. Dies liegt zum Großteil daran, dass man wieder viel Augenmerk auf die kleinen Dinge gelegt hat. So fehlt es zum Beispiel während des Gespräches im Restaurant nicht an perfekt inszenierten Hintergrundgeräuschen, die den Raum mit Leben füllen und den Hörer quasi an den Nachbartisch versetzten.

 

Mein Fazit: Das Gruselkabinett steht seit Jahren für perfekte Hörspielgrusel und gehört zweifelsohne in das Regal eines jeden Hörspiel-Freundes. Mit dieser Folge hat man das wieder einmal bestätigt!


7. Oktober 2018