Professor Zamora 1 - Der Zeitenfluch

 

Professor Zamorra - Folge 1

Der Zeitenfluch

Lübbe Audio, 1 CD

Gesamtlaufzeit: 73 Min.

Ersterscheinung: 29.09.2023

Wolfgang Hohlbein

 

CD Cover Professor Zamorra Der Zeitenfluch

Klappentext:

Als Zamorra erwacht, beginnt sich die Realität um ihn auf gespenstische Weise zu verändern. Dämonische Kreaturen brechen in unsere Wirklichkeit ein. Steckt dahinter ein Wesen, das sich Gaia nennt und behauptet, die Menschheit auslöschen zu wollen?

Zamorras Gefährtin Nicole wird unterdessen von einer dämonischen Rockerbande verfolgt. Bevor Zamorra sie wieder in die Arme schließen kann, bricht das Inferno vollends über Château Montagne herein …

 

In der Hörspielfassung von Uwe Voehl nach einer Romanheftvorlage von Wolfgang Hohlbein

 

Meine Meinung:

Hier ist sie also, die 1. Folge der von Fans schon länger erwarteten Serie "Professor Zamorra". Dabei ist es nicht das erste Mal, dass Zamorra als Hörspielserie umgesetzt wurde. Vor einigen Jahren hat bereits ein Hörspiel-Label vier Romane als Hörspiel umgesetzt, bei denen es sich um einen Vierteiler handelte. Da die Handlung aus dem Gesamtkonzept der Serie stammte, konnten gerade diejenigen nichts mit den Hörspielen anfangen, die die Romane um Professor Zamorra nicht lesen. Ich selbst habe in meinem Leben sehr wenige Romane dieser Serie gelesen und habe somit keine sonderlichen Berührungspunkte mit Zamorra, sodass die damalige Serie auch für mich kein Highlight war. Verhält es sich bei dieser neuen Serie um Zamorra anders ...?

Die Handlung an sich ist meiner Meinung nach etwas dünn geraten. Jemand oder etwas scheint die Zeit und Umgebung von Zamorra und Nicole zu verändern. Während der Professor in seinem Schloss u. a. mit einem seltsamen Licht und sich verändernden Freunden konfrontiert wird, muss sich Nicole im nahegelegenen Ort mit einer dämonischen Rocker-Gang herumschlagen, nachdem sie und der mit ihr und Zamorra befreundete Wirt des Gasthauses "Zum Teufel" erkennen müssen, dass Handys versagen und Uhren rückwärts laufen ...

Die Konfrontation mit den dämonischen Rockern ist ziemlich lang geraten, woran auch die zu nichts führenden Gespräche zwischen Nicole und der Bande die Schuld tragen. Indes "stolpert" Zamorra einige Zeit durch sein Schloss und trifft auf zwei Freunde, die sich unter dem Einfluss einer unbekannten Macht zum negativen hin verändern. Als er der Macht, die sich Gaia nennt, gegenübersteht, erfährt er die wahren Hintergründe der Ereignisse und muss eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Zwar ist die Motivation Gaias durchaus nachvollziehbar, zumal sie sehr gut in unsere Zeit passt, aber, wie bereits erwähnt, ist die Handlung an sich recht dünn, sodass bei mir leider keine richtige Spannung / Begeisterung aufkommen will. Hinzu kommt der Umstand, dass man als Nichtkenner der Romanserie doch gewisse Fragen hat, die leider nicht beantwortet werden. Wer ist der geheimnisvolle Freund Zamorras, der sich Faolan nennt und ein ehemaliger höllischer Archivar war? Gyungo, der andere Freund Zamorras, hätte auch etwas näher erläutert werden können. Durchaus positiv ist jedoch der Umstand, dass es sich bei diesem Zamorra-Abenteuer nicht um eine serienrelevante Geschichte aus dem Zamorra-Universum handelt, sodass den Nichtlesern der Serie weitere Verständnisfragen erspart bleiben.

 

Der Autor und die Vorlage:

Das Hörspiel entstand nach einer Romanvorlage von Wolfgang Hohlbein, der wohl zu den bekanntesten Autoren Deutschlands zählen dürfte. Wie ich zufällig in Erfahrung bringen konnte, lautet der Titel des Romans 12:50 und ist Band 1250 der Zamorra-Serie. Warum der Titel des Hörspiels gegenüber der Romanvorlage geändert wurde, weiß ich nicht. Ich habe jedoch kürzlich mal irgendwo gelesen, dass dieser Zamorra-Roman nicht Hohlbeins erster PZ-Roman ist.

 

Die Sprecher:

In den Hauptrollen sind der Schauspieler und Sprecher Matthias Lühn (Zamorra) und die Schauspielerin und Sprecherin Sabina Godec (Nicole) zu hören, und beide machen einen guten Job, was aber auch auf die meisten anderen Sprecher zutrifft. Einzig der Sänger Gerd Köster, der hier als Erzähler fungiert, will mir nicht so ganz gefallen. Seine Erzählweise wirkt stets recht eindringlich, was es mitunter etwas anstrengend macht, ihm über einen längeren Zeitraum zuzuhören.

 

Das Intro:

Das Intro, welches quasi für den Helden "wirbt" erinnert irgendwie an das Intro der ersten 70 Folgen der John-Sinclair-Edition 2000.

 

Sound und Musik:

Die Sounds sind dem Hörspiel angemessen. Die Musik ist allgemein nicht so einprägsam und bleibt somit nicht so im Gedächtnis haften.

 

Mein Fazit:

Professor Zamorra Folge 1: "Der Zeitenfluch" konnte mich leider nicht so begeistern, wegen der recht dünnen Story und der für meinen Geschmack teilweise recht langgezogenen Geschichte. Dass man über Zamorras auftretende Freunde keine Backround-Informationen erhält, ist ein weiteres Manko. Für Kenner der Romanserie dürften die eingestreuten Bemerkungen über Zamorras Freunde und seinem Amulett, "Merlins Stern" vollkommen ausreichend sein. Wenn die Hörspielserie jedoch dauerhaft auf dem HSP-Markt etabliert werden soll, müssen mehr Hintergrundinformationen über das Zamorra-Versum in die Hörspiele eingebaut werden. Eine weitere Hürde, die genommen werden muss, ist die Einbindung serienrelevanter Themen in die Hörspiele.
Der erste Hörspielproduzent von John Sinclair, Oliver Döring, hat da seinerzeit einen großartigen Ansatz gefunden, um die JS-Hörspiele nicht nur für uns Romanleser zugänglich zu machen. Ich wünsche Lübbe, dass Zamorra ebenfalls ein solcher Hörspielerfolg beschert ist. Aber damit es dazu kommt, muss an der Produktion noch einiges ausgebessert werden, was Hintergrundwissen zur Romanserie angeht.


Andreas Nauber

 

08.10.2023