Fraktal - 13 - Die Station im Eis

Fraktal

Folge 13 – Die Station im Eis

Label: Gigaphon (Rough Trade)

Gesamtspielzeit: 75 Minuten

VÖ: 03. April 2020

CD-Cover Fraktal - Folge 12 Die Station im Eis

 

„Mir schwante Übles, als Soto einen Kollisionskurs mit dem Jäger einschlug. Der Pilot darin war scheinbar nicht minder verwirrt, denn er versäumte es, einfach weiter auf uns zu feuern. Der Kintaru-Gleiter raste dem feindlichen Schiff entgegen und Kaylani ließ ein letztes Mal die Triebwerke aufheulen. Holte alles aus der Maschine heraus, was sie noch im Stande war zu geben. (…) Grimmig stürzten die beiden Schiffe aufeinander zu. Wir erfuhren nie, ob Kaylani überhaupt vorhatte, im letzten Moment abzudrehen.“

 

Eine verlassene Forschungsstation auf dem Eismond Kieron dient dem Team von der Skyclad als Zufluchtsort. Dort soll sich angeblich ein Rettungsshuttle befinden, das Jay und die anderen nach Kintaru zurückbringen kann. Die düsteren Baracken halten einige unangenehme Überraschungen bereit – und bald bemerken die Männer, dass sie nicht allein auf der Station sind…

 

Spannung in Eis und Einsamkeit

Gefangen im Eis, ohne Aussicht auf Rettung. Und doch scheint es wider Erwarten die Chance auf einen Ausweg aus dieser Situation zu geben. In einer verlassenen Station auf dem Eisplaneten stehen sogar Lebensmittel und Sauerstoff zur Verfügung, so dass das Team der Skyclad kurz durchatmen kann. Die Verschnaufpause währt aber leider nicht lange, denn sie sind offensichtlich nicht alleine in der Station. Und dann ist da auch noch die Problematik mit der Größe des Rettungsschiffs. Welches Besatzungsmitglied wird wohl den Kürzeren ziehen?

 

Überraschende Wendungen

Und wieder beschert Peter Lerf von Gigaphon den Fraktal-Fans mit „Die Station im Eis“ eine großartige Folge. Wie gewohnt voller Spannung und vor allem mit einigen interessanten Wendungen. Dabei schafft es Lerf, das Geschehen durchweg so zu präsentieren, dass die Story an keiner Stelle vorhersehbar ist, es kommt oftmals anders als gedacht, wirkt dabei aber niemals konstruiert.

Mit dem Ende dieser Folge hätte bestimmt auch niemand gerechnet. Gleichwohl macht genau dieser Schluss, wie so häufig bei der Fraktal-Reihe, schon großen Appetit auf den nächsten Teil, der glücklicherweise bei Gigaphon nie sehr lange auf sich warten lässt.

 

Sound und Sprecher

Einen perfekten Job machen auch in Teil 13 die alt-bewährten Sprecher. Johannes Steck ist Jay, Gordon Piedesack der Captain, Martin Sabel spricht Commander Spooner und Juila Casper behauptet sich als Pilotin Soto sehr überzeugend gegen die Herren in ihrem Team, um einige Namen hervorzuheben.

Überzeugend sind natürlich auch Soundtrack und Mischung. Der Funk zum Beispiel ist so authentisch gestört, dass man auch als Hörer schon genau hin hören muss, um alle Infos von Captain Pierce mitzubekommen. Lediglich die Schritte wirkten auf mich an der einen oder anderen Stelle etwas unecht. Hier hätte ich mir zumindest an einer Stelle mehr Schneeknirschen als pure Laufgeräusche gewünscht. Aber wie so häufig leidet der Hörgenuss unter dieser persönlichen Empfindung meinerseits sicherlich nicht wirklich.

 

Das perfekte Cover

Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch ganz besonders das super-stimmungsvolle Cover, für dessen Gestaltung Ulrike Kleinert verantwortlich zeichnet. Menschen im Raumanzug, wirbelnde Schneeflocken und die Dunkelheit und Kälte eines Eisplaneten. Passender könnte ein Booklet-Cover für eine Folge mit dem Titel „Die Station im Eis“ nicht gestaltet sein. Hier kann es einem schon vor dem ersten Hören frösteln…

 

Mein Fazit:

Auch die Station im Eis hat mich mit den bekannten, großartigen Sprechern und der durchdachten, hochspannenden Story überzeugt und von der ersten Minute an in den Bann gezogen, so dass ich allen Hörspiel-Freunden da draußen auch für diese Folge eine absolute Hörempfehlung geben kann. Der Neueinsteiger sei allerdings vor dem ersten Hören vorgewarnt: FRAKTL macht süchtig und lässt einen so schnell nicht mehr los.


22. März 2020