GRUSELKABINETT - 152 –  Das Ding

Gruselkabinett

152: Das Ding von George Allan England 

Titania Medien

Gesamtspielzeit: ca. 53 Minuten

Altersempfehlung ab 14 Jahren

VÖ: 31.10.2019

CD-Cover Gruselkabinett Folge 152 - Das Ding

„Es gibt etwas außerhalb unseres Vorstellungsvermögens, etwas, das da draußen ist, das mächtiger, intelligenter und stärker ist, als alles, was wir uns vorzustellen imstande sind. – Du bist und bleibst eben ein Narr. – Das hat man über viele große Männer gesagt, die gedanklich ihrer Zeit weit voraus waren. – (…) – Ich versichere euch, es sind hier Kräfte am Werk, für die wir wie, ja wie Ameisen sind, die man unter dem Brennglas beobachtet. – (…) Das sind Spuren, die dieses Ding hinterlassen hat. Und es ist irgendwo da draußen. Und es würde mich nicht wundern, wenn es uns sogar schon bis hierher verfolgt hat.“

 

1930, Wildnis jenseits des Hudson Rivers: Eine Gruppe Wissenschaftler sammelt Aufzeichnungen und Gesteinsproben für eine Untersuchung, als ihre Führer auf bestialische Weise getötet werden. Aufgeschreckt stellen die Forscher fest, dass nun sie die nächste Beute für ein Wesen werden könnten, das nicht von dieser Welt zu sein scheint ...

 

Das richtige Hörspiel für die kommende, kalte Jahreszeit

Das Ding – das richtige Hörspiel für die kommende, kalte Jahreszeit, denn in Folge 152 des Gruselkabinetts wird es kalt. Richtig kalt. So kalt dass manch einem Protagonisten dieser Folge das Blut in den Adern gefriert.

Doch erst zurück zum Anfang. Im Gegensatz zu anderen Folgen der Gruselkabinett-Reihe starten wir hier nämlich direkt mitten im Geschehen, es gibt keine große Einführung und ähnlich wie die Wissenschaftler in der Wildnis in der Nähe des Hudson Rivers wird man auch als Hörer vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Forscher sind auf sich alleine gestellt, ihre Führer brutal ermordet und niemand weiß, was passiert ist. So muss man sich also auch als Hörer gedulden, es gibt keine Erläuterungen was hier passiert ist.

 

Angespannte Stimmung

Peter Weis führt zwar großartig als Erzähler durch das Geschehen, offenbart dem Hörer dabei aber keine Erklärungen zu den Hintergründen des Massakers. So ist man auf dem gleichen Wissensniveau wie die ungleiche Gruppe, in der bei weitem nicht immer eitel Sonnenschein herrscht. Auch ohne die ungeklärten Morde ist die Stimmung innerhalb des Teams sehr angespannt, was vor allem an den Meinungsverschiedenheiten zwischen Marr und Wallace liegt, die sich ständig in den Haaren liegen und entsprechende Wortgefechte liefern, die vor allem die übrigen drei sehr belasten.

Doch schon bald sind die Streitereien nicht mehr das größte Problem der Gruppe, die mysteriöse Kälte und die unerklärlichen Fußabdrucke bekommen immer mehr Raum und stellen nicht nur für die Forscher eine unheimliche Situation dar. Ob Wallace mit seiner Theorie, dass es sich hier um etwas Großes aus einer fremden Welt handelt doch recht hat?

 

Eisige Bedrohung

Für mich wieder eine sehr gute und sehr stimmungsvolle Folge der Gruselkabinett-Reihe von Titania. Kälte und Schnee scheinen jeden Ton, jedes Leben zu ersticken. Die eisige Bedrohung ist so nicht nur hörbar sondern auch spürbar und die damit einhergehende Bedrückung wird durch immer reduziertere (Hintergrund-)Geräusche sehr gut umgesetzt. Hier lebt das Hörspiel an vielen Stellen besonders davon, dass kaum etwas zu hören ist.

 

Überzeugende Sprecher

Die Sprecherriege, die in dieser Produktion übrigens nur aus fünf Sprechern und einem Erzähler besteht, brilliert ebenfalls. Peter Weis lauscht man einfach gerne, wenn er mit seiner markanten Stimme zu Wort kommt. Und auch Helmut Zierl als Wallace Jandron oder Valentin Stroh hört man einfach gerne zu, wenn sie wie hier voll in ihren Rollen aufgehen. Weibliche Unterstützung bekommen sie dabei von Cécile Kott und Julia DeLuise an deren Seite noch Gerhard Fehn einen weiteren Forscher sprechen darf. Auch sie füllen ihre Rollen bestens aus und sorgen als Team dafür, dass sich schnell die richtigen Bilder vor dem inneren Auge einstellen.

 

Mein Fazit:

Ich hätte nie gedacht, dass man durch das Weglassen von Geräuschen auch eine perfekte Hörspiel-Kulisse aufbauen kann. Diese Produktion jedoch zeigt, dass das möglich ist und transportiert auf diesem Wege die winterliche Kälte ebenso wie die mysteriös-unheimliche Stimmung.


Mareike Lümkemann

 

02. November 2019