John Sinclair - Folge 192
Luzifer
Lübbe Audio
Laufzeit: 69 Minuten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Ersterscheinung: 24.04.2026
Klappentext:
Im Laufe der vergangenen Jahre hatte ich der Hölle zahlreiche Niederlagen eingebracht. Das konnte Luzifer nicht länger hinnehmen. Gemeinsam mit seiner Gefährtin Lilith setzte er zum vernichtenden Schlag gegen uns an. Ich sollte in der Hölle sterben. Und meine Henkerin war niemand Geringeres als - Jane Collins!
Actionreiches Grusel-Kino für die Ohren
Mit den besten Stimmen Hollywoods und einem phänomenalen Soundtrack
Zum Inhalt:
Mandra Korab träumt, dass John in einer höllischen Dimension von Jane Collins getötet wird und informiert Suko, da er John nicht erreichen kann, was auch nicht möglich ist, da er bereits von Lilith in eine andere Dimension entführt worden ist, wo außer Lilith und Jane Collins, die John töten soll, noch Asmodis, Baphomet, Baál Zevuv und die vier Horror-Reiter ihn erwarten, nebst eines ganz besonderen Gegners: Luzifer, das absolut Böse. Können Suko und Mandra John und letztendlich auch Jane retten ...?
Meine Meinung:
Wenn Heerschaaren von dunklen Mächten es einfach nicht hinbekommen, den Sohn des Lichts zu Fall zu bringen, muss halt der Oberbösewicht Luzifer selbst ran, obgleich ich zugeben muss, dass die
Formulierung "Oberbösewicht" für das Ur-Böse recht banal klingt. Mit "Luzifer" haben Skriptautor Florian Hilleberg und Studio Stil das 100ste Taschenbuch der JS-Taschenbuchreihe als Hörspiel
umgesetzt, wobei auch dieses Hörspiel von der Romanhandlung abweicht, was teilweise auch daran liegt, dass in der Romanserie sich vor dem Erscheinen des Taschenbuches Dinge ereigneten, die für
die Handlung des TBs wichtig waren, aber in der Hörspielserie leider noch nicht eingeführt wurden. Es ist ja durchaus legitim, dass diese Folge vielleicht nicht jedem gefällt, zumal man hier
Dinge geboten bekommt, die man so oder so ähnlich bereits bei JS gehört oder gelesen hat, aber mir hat diese Folge im Großen und Ganzen sehr gut gefallen.
Skriptautor Hilleberg greift hier erstmals richtig, seit der Übernahme der Produktion durch Studio Stil, alte Handlungsfäden wieder auf, die Oliver Döring und Dennis Ehrhardt eingeführt haben. So
wird hier beispielsweise erwähnt, dass John damals, als es um Asmodinas Vernichtung ging, erfuhr, wie vielschichtig das Böse ist und das Asmodis, den er bis dahin als den großen Anführer der
dunklen Mächte sah, nur ein Rädchen im Getriebe des Bösen ist. Hier erfahren wir auch, was Mandra Korab gesehen hat, als er in Aibon auf das Rad der Zeit gebunden wurde, und es wird zudem ein
interessanter Hinweis zur Erschaffung des Kreuzes gegeben. Romankenner wissen vielleicht, was ich meine ...
Luzifer selbst ist interessant dargestellt: Als das Ur-Böse wirkt er so überlegen, dass in seiner Gegenwart jeder Funke auf Hoffnung stirbt. Stimmlich wurde er sehr gut dargestellt, wobei man da
natürlich auch unterschiedlicher Meinung sein darf, aber wie soll man denn bitteschön die Stimme des absolut Bösen richtig passend darstellen? Interessant ist auch, dass John, der nun seinerseits
auf dem Rad der Zeit landet, Einblicke in seine früheren Leben genommen hat. Nur die Tatsache, dass am Ende des Hörspiels Johns Kreuz seine von Lilith gestohlenen Zeichen zurückerhält, ohne das
man dafür eine Erklärung bekommt, wirkt für meinen Geschmack etwas aufgesetzt und unausgegoren, da es im Taschenbuch dafür eine Erklärung gab, auf die aber, wegen der bislang unvertonten
Ereignisse der Romanserie, nicht zurückgegriffen werden konnte. Ein weiterer Punkt, der leider nicht ausgespielt wurde, ist, dass sich Luzifer aus der unheiligen Dreifaltigkeit Baphomet, Baál
Zevuv und Asmodis zusammensetzt, aber auch als eigene Gestalt auftreten kann.
Besonderheiten:
Die Sprecher:
Hier hat mir mal wieder Dirk Hardegen als Mandra Korab sehr gut gefallen, was aber leider nicht auf Britta Steffenhagen als Glenda Perkins zutrifft. Hier ist sie, seitdem sie Ilya Welter in dieser Rolle ablöst, erstmalig in einer großen Rolle zu hören, und ich muss ehrlich sagen, dass sie für Glenda nicht die passende Stimme hat. Da wäre jemand wie Bianca Krahl womöglich die bessere Wahl gewesen.
Musik und Sounddesign:
Da gibt es, wie gewohnt, nichts zu bemängeln.
Mein Fazit:
Folge 192 ist, von kleinen Kritikpunkten abgesehen, eine großartige Folge und leider auch die letzte Folge vor Folge 200, die etwas mit den Rahmenhandlungen zu tun hat. Ich habe jedoch in einem Forum gelesen, dass Florian Hilleberg auf Facebook gepostet hat, dass ab oder nach Folge 200 (so genau weiß ich es jetzt nicht) der Fokus wieder mehr auf die Rahmenhandlungen liegt. Man darf also gespannt sein ...
Andreas Nauber
04.05.2026