Edgar Wallace präsentiert - Die toten Augen von London

Edgar Wallace präsentiert:

Die toten Augen von London

Gigaphon

Gesamtspielzeit: 65 Min

VÖ: 31.10.2025

CD-Cover Edgar Wallace präsentiert - Die toten Augen von London

Klappentext

Bliss ermittelt - eine hochspannende Kriminalreihe frei nach Motiven von Edgar Wallace

 

Immer wieder werden ertrunkene Männer aus der Themse gezogen. Beim jüngsten Opfer wird ein in Blindenschrift verfasster Zettel gefunden, der Hinweise darauf gibt, dass es sich nicht um tragische Unglücksfälle, sondern um heimtückische Verbrechen handelt. Chief Inspector Bliss und seine Kollegen ermitteln in einem Blindenheim, unter dessen Bewohnern sie die Täter vermuten. Doch wer ist ihr Auftraggeber? Hat womöglich der zwielichtige Dr. Judd, bei dessen Gesellschaft alle Opfer eine Lebensversicherung abgeschlossen hatten, seine Finger im Spiel? Während die Beamten von Scotland Yard nach der Wahrheit suchen, ahnen sie nicht, dass sie längst ins Visier der "toten Augen von London" geraten sind.

 

Hier schreibt Traumwelt Hörspiel ...

"Die toten Augen von London" ist nunmehr die 11. Folge der von Gigaphon produzierten Wallace-Reihe um Chief-Inspektor Bliss und seinem Team, und gerade hier habe ich ein gutes Vorwissen, da ich nicht nur die zwei wohl bekanntesten Hörspieladaptionen dieses Stoffes kenne (Europa und Maritim), sondern zudem auch den Film und den Roman selbst. Daher war ich sehr gespannt, wie die neueste Adaption der Geschichte aufgezogen werden würde, zumal Folge 10 der Reihe, "Das indische Tuch", mich ja leider nicht vollends überzeugen konnte.

Herausgekommen ist hierbei eine erfrischend umgesetzte Produktion, die sich teilweise am Roman orientiert und auch an dem Film. Allerdings drückt Gigaphon der Story auch seinen eigenen Stempel auf, und genau das ist es, was ich als sehr erfrischend betrachte. Einerseits wurden, wie in anderen Folgen dieser Serie auch, vielleicht etwas unmodern klingende Namen ein wenig verändert, wobei die Serie ja auch nicht in unserer Zeit spielt. Andererseits hat Gigaphon hier einen im Buch, Film und den mir bislang bekannten Hörspieladaptionen vorkommenden Charakter, nämlich Diana Ward, aus der Handlung gestrichen. Ward hatte ja in dieser Geschichte eine besondere Rolle gespielt. Statt aber Ward zum ixten Mal Stewards Tochter sein zu lassen, hat Gigaphon hier einen anderen uns bereits bekannten weiblichen Charakter eingesetzt, nämlich die Sonderermittlerin Thalia Drummond, die den Ermittlern um Bliss bereits in Folge 07, "Der rote Kreis", als Unterstützung zur Seite stand, wenn auch under Cover. In Die toten Augen von London" unterstützt Drummond Bliss und seine Mannen ganz offiziell, was mir sehr gut gefällt, da ich diesen Charakter sehr mag. Zudem scheint sich zwischen Chandler und Drummond etwas anzubahnen, sodass ich hoffe, Thalia Drummond zukünftig in weiteren Produktionen dieser Serie hören zu dürfen; auch wird hier wieder wert auf "Mordatmosphäre" gelegt, was ich in der letzten Produktion vermisst habe. Während ein Mord hier Szenisch geschildert wird, findet ein weiterer Mord als Hintergrund einer Szene statt.

 

Besonderheiten:

  • Streichung des aus anderen Produktionen und dem Buch bekannten Charakters Diana Ward.
  • 2. Auftritt der Sonderermittlerin Thalia Drummond.

 Die Sprecher:

 Hier möchte ich vorrangig Christiane Marx erwähnen, die nun schon zum zweiten Mal als Thalia Drummond zu hören ist. Was mich bei Frau Marx immer wieder fasziniert, ist der Umstand, dass sie, wie ich es empfinde, zwar eine stets etwas „kühl“ und reserviert klingende Stimme hat, aber dennoch, wenn es die Situation erfordert, stets die für die entsprechende Szene nötigen Emotionen, wie „Wärme“, oder auch Angst, glaubhaft rüberbringen kann. Zu vergleichen ist dies am Einfachsten mit der Stimme von Martin Keßler, der wohl jedem u. a. als deutsche Stimme von Nicolas Cage bekannt sein dürfte. Keßlers Stimme haftet naturgemäß stets etwas Cooles an, sodass er besonders auf solche Rollen passt. Aber auch er kann andere Emotionen gekonnt rüberbringen, wie es auch bei Christiane Marx der Fall ist.

 

Sound und Musik:

Auch hier gibt es nichts zu bemängeln. Beides ist der jeweiligen Szene angepasst und vermittelt ein wohliges Schauer-Wallace-Feeling.

 

Mein Fazit:

"Die toten Augen von London" aus dem Hause Gigaphon ist eine Produktion, die nicht nur altbekanntes aus den anderen Vorlagen dieser Geschichte aufgreift, sondern auch eine eigene Note der Macher beinhaltet, sodass ich auch hier einmal mehr schreiben kann: Es ist unmöglich, von Edgar Wallace nicht gefesselt zu sein.

 

Sprecher:  
Thomas Balou Martin, Gordon Piedesack, Clemens Gerhard, Heiko Grauel, Christiane Marx, Michael Bideller, Herbert Schäfer, Marco Steeger, Stefan Weißensberger, Bert Stevens, Rolf Berg

 


Andreas Nauber

 

16.11.2025